Rechtes Gedränge bei der BP-Wahl (15.8.2022)

 

https://www.derstandard.at/story/2000138243553/ein-rechtes-gedraenge-bei-derbundespraesidentschaftswahl

Zitat: Die Liste rechter bis sehr rechter Herrschaften (es sind nur HERRschaften), die gegen Alexander Van der Bellen antreten wollen, wird länger. Neuester Zugang ist der Rechtsanwalt und "Krone"-Kolumnist Tassilo Wallentin, der zuerst mit einer Unterstützung durch die FPÖ kokettiert hatte, nun aber im Alleingang (aber mit Sponsoren aus Wirtschaftskreisen) antreten will. ... Seine Kandidatur ist insofern ernst zu nehmen, als sie ein Symptom für eine recht starke autoritär denkende rechte Strömung in unserem Land ist, der die ganze Richtung – liberale Demokratie, repräsentative Demokratie, Parteiendemokratie – nicht passt. Sie möchte etwas anderes, "Neues" – vordergründig die Überwindung von "Parteienstreit" und "Politikfilz", in Wirklichkeit ein autoritäres, autokratisches System nach dem Vorbild Viktor Orbáns. ... Unter "System" verstehen die Rechten und Ultrarechten aber schlicht die Demokratie. Demokratieveränderung hat auch der Kandidat der neuen Partei MFG (Menschen, Freiheit, Grundrechte), Michael Brunner, im Sinn (übrigens noch ein Rechtsanwalt). Die MFG ist zwar als Antiimpfpartei aufgetreten, aber sie möchte auch gewählte Politiker durch "unabhängige Fachleute" und die repräsentative Demokratie durch eine plebiszitäre ersetzen. Schließlich gibt es noch den ehemaligen FPÖ/BZÖ-Politiker Gerald Grosz, der regelmäßig in Fellners TV-Sender auftritt. Mit Tassilo Wallentin herrscht nun großes Gedränge im rechten Spektrum. Das ist diversen Eitelkeiten und der Neigung zum Sektierertum bei rechten (und linken) Extrempolitikern zu verdanken.

 

Hach, ist diese Erzählung einfach!

Irgendwie fällt einem dazu Star Wars ein: Luke Skywalker (Van der Bellen) gegen das ganze Imperium der dunklen Seite (rechte Polit-Ecke, die die Demokratie abschaffen will). Irgendwie wirkt das Film-Epos von George Lucas sogar wie ein Psycho-Drama aus dem Film-Noir Genre, so einfach ist die Sache in diesem Standard-Kommentar gestrickt. Einzige Gemeinsamkeit dürfte sein: Es fängt derart irgendwo-irgendwie an, dass die ganze Geschichte so lange kaum wer wirklich versteht, bevor Anfang und Ende WIRKLICH nachvollziehbar auf dem Tisch liegen.

Lassen Sie mich daher, Herr Rauscher, dazu einen kleinen Beitrag leisten!

Keine Frauen im Wahlkampf: Das ist ungefähr wie George Lucas' "Im Weltall gibt es keine Unterwäsche"! Herr Rauscher, erklären Sie mir bitte dieses Bild von Servus-TV?

 

Also wenn da auf dem Bild keine zwei Frauen vorkommen, dann sind das ausgesprochen gut geschminkte Transvestiten - und selbst DAS wäre eigentlich in so einem Wahlkampf als Respekt vor den sexuellen Orientierungen erwähnenswert.

Die kommen deswegen in diesem Wahlkampf nicht vor, weil Sie Ihnen samt Ihrem Medium im Hintergrund - leider beispielhaft für andere auch - gar keine Chance geben!

Aber im Universal-Verriss aller Kandidaten gegen Van der Bellen werden die Frauen vom STANDARD sogar erwähnt und unisono mit den anderen "Unerwünschten" heftig durch den Kakao gezogen. Sollten Sie sich nicht redaktionell ein bissl besser abstimmen?

Und dazu ist meine eigene Meinung zu dem Antreten und Vorhaben der beiden Damen nicht maßgeblich (was auch immer ich davon halten mag). Weil ICH nicht das Maß aller Dinge bin. SIE auch nicht! Die WÄHLER INSGESAMT haben hier durch die Abgabe von Unterstützungserklärungen zu entscheiden - möglichst unbeeinflusst und OBJEKTIV informiert.  Und sonst NIEMAND!

Was konkret tragen SIE und Ihr Blatt dazu bei?

 

Aber schauen wir noch ein kleines Eck weiter:

Ja, natürlich mutet ein Tassilo Wallentin, unterstützt von Frank Stronach nicht als ultimativer Demokrat zur Lösung aller Probleme in Staat und Gesellschaft an. D'accord!

Aber, hallo?

Ihre Erzählung geht sich - verglichen mit Star Wars - nur mehr aus, wenn man Han Solo und Yoda weglässt. Und das ergibt schon im Sternenepos keinen recht erfreulichen Ausgang mehr.

Heini Staudinger? Existiert nicht!

Meine eigene Kandidatur? Kommt in der ganzen Erzählung des Standard von Haus aus mit keinem Wort vor!

Und mit recht starke autoritär denkende rechte Strömung oder ein autoritäres, autokratisches System nach dem Vorbild Viktor Orbáns (etc. etc.) werden Sie sich da argumentativ ein wengerl schwer tun. Weil gegen unseren Verfassungsvorschlag schaut die Vorbild-Schweiz fast aus wie eine Militärdiktatur, und die aktuellen Vorschläge der SPÖ zur Stärkung der Demokratie wirken in Vergleich dazu schlicht lächerlich! Deswegen - praktisch für ein Medium kraft eigener Willkür - lässt man das alles in der Erzählung ganz einfach weg.

Aber wahr wird die Geschichte deswegen trotzdem nicht!

Sie ist nur auf der Spekulation aufgebaut, dass keine große Schar Ihrer Konsumenten den Tatsachen auf die Spur kommt.