Digitale Amtstafeln in St. Pölten: Tatsächliche Barrierefreiheit? (17.11.2022)

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https://www.st-poelten.at/news/presse/17465-die-amtstafel-ist-jetzt-digital

Sehen Sie dazu bitte unseren ersten Beitrag vom 2.11.2022!

In St. Pölten hat man Anfang Oktober die alten Amtstafeln auf digitale Amtstafeln umgestellt. Leider wurde auch hier Barrierefreiheit nur halbherzig mitgedacht. Und dies obwohl unser Behindertensprecher - Gerhard Hämmerle - schon kurz nach dem Beschluss im Frühjahr 2022 auf das Thema der digitalen Barrierefreiheit bei der zuständigen Stelle im Rathaus hingewiesen hat (Mail vom 9.5.2022).

Hier ist mit Nachdruck darauf hinzuweisen, dass solche Amtstafeln in Zukunft ja in ALLEN Gemeinden realisiert werden sollen. Daher wäre es bei der ersten Umsetzung umso wichtiger, WIRKLICH UMFASSENDE Barrierefreiheit mitzudenken! 

Barrierefreiheit ist nämlich deutlich umfangreicher, als nur Systeme für Rollstuhlfahrer vorzusehen - wie im Beitrag der Gemeinde fälschlich angeführt (siehe nachfolgendes Video). Es ist natürlich für JEDE Behinderungsform notwendig, auf deren Bedürfnisse einzugehen, wenn man von Barrierefreiheit sprechen möchte!

 

Ein stark sehbehinderter oder blinder Mensch hat andere Bedürfnisse in Hinsicht auf Barrierefreiheit, als ein Hörbehinderter oder kognitiv Behinderter!

Leider wurde auch bei dieser Umstellung auf ein digitales System nicht im Vorfeld auf umfassende Barrierefreiheit Rücksicht genommen. Unser Behindertensprecher nimmt aber die Einladung der Gemeinde wahr, und versucht hier noch nachträglich möglichst umfassende digitale Barrierefreiheit zu inkludieren!

Dazu hier die Mailkorrespondenz mit dem Bürgermeister und dem Magistrat von St. Pölten.

Wie Barrierefreiheit definiert wird - und wie damit umzugehen ist - steht schon seit Jahren in Verträgen, Richtlinien und Gesetzen wie:

      • der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK)
      • dem Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz (BGStG)
      • diversen EU-Richtlinien zur Umsetzung von Barrierefreiheit

 

et cetera.

Österreich ist verpflichtet, dies umzusetzen!

Wir halten Sie dazu auf dem Laufenden und hoffen, dass gerade in dieser Zeit das Thema "Menschen mit Behinderung" nicht nur schöne Worte von politischen Amtsträgern bei Spendengalen sind.

Wir nehmen es ernst!