Wie sich die Wiener SPÖ vor einer Mega-Zerreißprobe rettete (4.12.2018)

 

https://kurier.at/politik/inland/wie-sich-die-wiener-spoe-vor-einer-mega-zerreissprobe-rettete/400341976

Zitat: "Noch Tage nach dem vorwöchigen Parteitag ist in den Führungsetagen der SPÖ die Erleichterung greifbar. Und diese Gefühle sind durchaus nachvollziehbar. Mit knapper Not haben die Sozialdemokraten nämlich in Wels ein Desaster verhindert: dass die Mitglieder über künftige Koalitionsübereinkommen abstimmen."

Da haben doch die SPÖ-Jugendorganisationen allen Ernstes probiert, ein Mitgliedervotum über Koalitionsabkommen durchzudrücken. Unglaublich!
 
Aber denen hat man zum Glück gezeigt, wo der Welser Bartl den Most holt! 65 entscheidende Delegiertenstimmen haben sich gegen diese Abstrusität ausgesprochen. Damit man an der Macht weiterhin tun und lassen kann, was man an der Parteispitze möchte.
 
Und die Jugendorganisationen, die können .... gehen! Andere gleich mit, wenn die auch so depperte Ideen haben!
 
Weil wir sind die Sozialdemo.... ääääh, .... die SPÖ !!!
 
Man ist sich in der SPÖ darüber einig, dass ein Basisvotum zu enormen Schwierigkeiten geführt hätte - die man sich so durch ein schlichtes "Das entscheiden schon wir da heroben, und niemand sonst!" erspart hat.
 
Natürlich, das Desaster wäre nachvollziehbar, wenn einfache Parteimitglieder, die eine Partei durch ihre Mitgliedschaft, Unterstützung und vor allem natürlich auch Stimme tragen und politisch stark machen dann am Ende darüber mitbestimmen wollen, welche Politik gemacht wird wenn man dann an der Macht ist und als Partei - nein, falsch als Personen an der Parteispitze - endlich wieder das Sagen hat.
 
Es würde ja echt jede Partei zerreißen, würde man nach einer Wahl tatsächlich das bestmöglich einzuhalten versuchen, was man vor einer Wahl versprochen hat. Na, also wirklich!
Klar ist die Erleichterung darüber groß, dass auch weiterhin die Versprechen vor einer Wahl in den geschlossenen Koalitionsabkommen nach einer Wahl keine Bedeutung mehr haben und nach Belieben weggeworfen werden können. Besonders in der Wiener SPÖ, weil man das mit dieser Basisentscheidung so echt und wirklich nach der Wienwahl 2020 hätte anwenden müssen.
 
Und das geht doch nicht, das geht WIRKLICH nicht! Der Macht und dem eigenen Vorteil der Spitzenpolitiker zuliebe - denn schließlich geht es um das große Geld, die eigenen Posten und den Einfluss auf diverse Deals. Darum geht es doch in der Politik! Oder?
 
Ja, und .... wozu wählen wir dann? Oder WAS wählen wir? Aufgrund wessen??? Bloß weil der Herr Doktor Ludwig die bunteren Werbungen in der Zeitung hat oder von jeder Öffi-Haltestelle mit einem Fan nebenan herunterlächelt? DAS ist es, was für uns bei einer Wahl zählen soll?? Nicht das, was nach einer Wahl WIRKLICH passiert?
 
Ist DAS Demokratie? Nicht eher eine Wahldiktatur?