Warum die Sommerzeit nicht die beste Wahl wäre (28.3.2019)

 

https://www.tagesschau.de/ausland/zeitumstellung-abgeschafft-101.html

Zitat: Das EU-Parlament hat ein Ende der Zeitumstellung im Jahr 2021 befürwortet. Für die tatsächliche Abschaffung muss allerdings noch ein Kompromiss mit den Mitgliedsstaaten erzielt werden.

 

Am 26.3.2019 hat das EU-Parlament also die Abschaffung der Zeitumstellung ab 2021 beschlossen!

Die österreichische Bundesregierung hat sich schon früh zur Sommerzeit bekannt. Sie möchte diese ab 2021 als dauernde Zeit für Österreich beschließen!

Das klang zwar im ersten Moment selbst für mich gut, aber bei genauerer Betrachtung wirft dies einige Bedenken auf!

Zunächst muss man festhalten, dass die tatsächliche Standardzeit für unseren Breitengrad die so genannte Winterzeit ist. Sie entspricht am ehesten dem tatsächlichen Sonnenstand, an den sich unsere biologische Uhr über Generationen hinweg angepasst hat. Die Sommerzeit hingegen ist (für den europäischen Bereich) eine Erfindung der 70er Jahre, welche auf dem Umstand der Öl- und Energiekrise dieser Zeit beruht - gegen die sie, wie sich aus Berechnungen ergeben hat so gut wie keinen nennenswerten Beitrag geleistet hat.

Was an der Sommerzeit vorerst verlockend klingt: Eine Stunde später geht die Sonne dann auch im Winter unter. Aber umgekehrt stellt sich beim zweiten Hinschauen der Sonnenstand als ein Problem dar, denn somit geht die Sonne im Winter auch eine Stunde später auf. In Wien liegt der Sonnenaufgang nach heutiger Zeitrechnung im Dezember bei zirka 7:40 - 7:46 Uhr. Somit geht die Sonne bei einer permanenten Umstellung auf Sommerzeit dann noch eine Stunde später auf, so gegen 8:45. Möchte man das? Oder haben wir uns bloß noch nicht für die Praxis überlegt, was das denn für uns alle bedeutet?

Aber neben der rein persönlichen Vorliebe sollte man zum Beispiel auch bedenken, dass Schüler - auch die Jüngsten - somit im Stockdunklen den Weg in die Schule beschreiten müssen. Ist das wirklich wünschenswert? Was bedeutet das für die Sicherheit der Kinder? Und hier sei vor allem auf die Verkehrssicherheit hingewiesen!

Und umgekehrt wird es im Sommer dann erst dunkel und weniger heiß (also für Menschen im Freien angenehm) wenn andere lägst schlafen gehen oder in Ruhe ihr Fernsehprogramm genießen wollen. Ist das echt so eine erstrebenswerte Situation?

Aber immer noch kann es etwas schlimmer kommen!

Neben dieser Thematik tut sich das immer noch nicht gelöste Problem auf, wie man denn eine möglichst einheitliche Regelung ab 2021 in Europa auf den Weg bringen will. Weil jedes Land kann ja dann machen, was es möchte.

Was bedeutet: Das eine Land hat Sommerzeit, das andere Normalzeit - und nicht zu vergessen: Die drei Zeitzonen über Europa gibt es ja auch noch - das heißt: Jede Kombination ist möglich. Und in dem Durcheinander könnten Länder auch auf die Idee verfallen, weiterhin die Uhren zweimal jährlich umzustellen. Weil es dann sowieso schon egal ist!

Zu befürchten ist, dass Fernfahrer in Zukunft ihr Fahrtenbuch gleich direkt an der Klapsmühle abgeben, wenn sie pro Landesgrenze die Uhren umstellen müssen, anders in die Fahrtenbücher einzutragen haben et cetera. TIR, was auf Fernlastern prangt steht dann nicht mehr für "Transports Internationaux Routiers", sondern für "Total irre Regulatoren".

Fazit: Wir wissen nun seit dem eingangs erwähnten Beschluss des EU-Parlaments, dass 2021 eine Veränderung geschieht ... wahrscheinlich.

Aber was genau geschieht - oder geschehen könnte lässt einem erfahrenen Europäer auch zu diesem Thema schon die neue Standard-Fußzeile für EU-Mitteilungen vor dem geistigen Auge aus dem diffusen Nichts auftauchen: "Jede Ähnlichkeit mit lebenden oder toten BREXIT's ist rein zufällig!" Wobei: Die Handlung und ihre Personen sind ja nicht frei erfunden. Die gibt es ja alle!

Die DA hat bereits im Herbst 2018 einen Offenen Brief nach Brüssel und unsere Bundesregierung geschickt, um auf diverse Probleme aufmerksam zu machen. Gelesen dürften ihn die Verantwortlichen offenbar nicht so genau haben. Zumindest noch nicht durchgängig sinnerfassend.