Vassilakou: „Regieren ist nichts für Lulus“ (28.11.2011)

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Bei der Landesversammlung der Wiener Grünen hat sich Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou erneut für eine City-Maut ausgesprochen. Das erste Regierungsjahr der Grünen bewertete sie als positiv und intensiv: „Regieren ist nichts für Lulus“.

Das Resümee fiel erwartet positiv, aber nicht gänzlich unkritisch aus. „Wien geht es gut mit uns Grünen“, meinte Vassilakou über das erste Jahr der Grünen in der Wiener Stadtregierung. Man könne bereits viele Erfolge auf dem Konto verbuchen, müsse sich in bestimmten Dingen aber noch Handlungsspielraum erkämpfen. ...

 

Doch, Frau Vassilakou, das Regieren sollte man genau den "Lulus" überlassen!

Lulus mit Gewissen, die nicht auf einmal bei jeder Sauerei wegschauen, die sie vorher - mit vollem Recht - kritisiert haben.

Lulus mit Schulterlähmung, die bei Abstimmungen ihren Arm unten lassen, wenn sie besser nicht aufzeigen sollten.

Lulus mit Gedächtnis, die sich daran erinnern, dass im Wort "Wahlversprechen" eben "-versprechen" innewohnt und nicht "sich versprechen" oder gar "-verbrechen".

Lulus mit Gefühl, die sich in jene und in deren Lage hineinversetzen können, für die sie da sein sollten und aus deren Steuergeld sie als nun Regierende fürstlich entlohnt werden.

Lulus, die mit Kritik richtig umgehen können - und die Kritiker eben nicht als Lulus abtun. Vassilakou sei im vergangenen Jahr immer wieder auch mit Kritik konfrontiert gewesen, die mitunter ungerechtfertigt gewesen sei: „Aber da darf man nicht die beleidigte Leberwurst spielen.“ Ah ja!

Würden uns diese Lulus in der heutigen Berufspolitik nicht mittlerweile gänzlich abhanden gekommen sein, müsste ich eigentlich uneingeschränkt froh darüber sein, dass die Grünen nach der nächsten Wiener Gemeinderatswahl möglicherweise sehr volksnah im Rathaus vertreten sein werden - nämlich bei uns oben auf der Besuchergalerie.

G.K., 28.11.2011