Unbekanntes Flugobjekt: Eurofighter “knallen” (3.6.2011)

 

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Unbekanntes Flugobjekt: Eurofighter "knallen"
Während eines Alarmeinsatzes zweier Eurofighter hat es Donnerstagnachmittag im Mostviertel einen Überschallknall gegeben. Die Eurofighter sind zur Identifizierung eines "unbekannten Flugobjekts" abgehoben.

Mit eineinhalbfacher Schallgeschwindigkeit
Ein ungarisches Passagierflugzeug hatte keinen Funkkontakt zur Österreichischen Flugsicherung aufgenommen. Seit dem 11. September 2001 herrsche höchste Wachsamkeit, wenn das passiere, erklärte Oberst Michael Bauer, Sprecher des Verteidigungsministeriums.

Daher seien die beiden Eurofighter der Alarmrotte im steirischen Zeltweg (Bezirk Judenburg) gestartet. Innerhalb weniger Minuten erreichten die Eurofighter den Luftraum über dem Mostviertel, wo das Passagierflugzeug unterwegs war.

Das Flugzeug sei schon relativ weit gewesen. Die einzige Möglichkeit für die Eurofighter, es zu erreichen, so Bauer, war mit 1,5 Mach zu fliegen, also mit eineinhalbfacher Schallgeschwindigkeit unterwegs. Das seien knapp 2.000 km/h, erklärte Bauer.

Knall sei "sehr laut" gewesen
"Wenn die Eurofighter die Schallgeschwindigkeit erreichen oder auch überschreiten, dann kommt es zu einem Überschallknall", so Bauer weiter. Dieser Knall sei sehr laut zu hören gewesen, aber nicht nur das. In Amstetten sollen sogar einige Fensterscheiben zerbrochen sein.

Als der ungarische Pilot des Passagierflugzeugs die Eurofighter sah, habe er sofort reagiert, sagte Bauer. "Da gibt es internationale Zeichen. Wenn Passagier- Militärflugzeuge sehen, dann wissen sie, dass sie offensichtlich etwas falsch gemacht haben." Der Pilot soll dann unverzüglich Kontakt mit der Flugsicherheit aufgenommen haben.

Ähnliche Einsätze rund 50 Mal pro Jahr
Warum der Pilot zuerst keinen Funkkontakt zur Flugsicherung aufgenommen hatte, ist unklar. "Unsere Aufgabe ist nur, das Flugzeug zu identifizieren", so der Sprecher des Verteidigungsministeriums, "und zu sehen, dass der Funkkontakt wieder hergestellt wird."

Derartige sogenannte Priorität "A"-Einsätze würden circa 50 Mal pro Jahr vorkommen, die wenigsten davon fänden jedoch im Überschallbereich statt.

 

Also halten wir fest, dass es (zum Glück) wieder einmal falscher Alarm war.

So wie eigentlich immer: Ein Versehen statt eines feindlichen Akts.

Halten wir auch fest: Es war eine ungarische Passagiermaschine, die - im Vergleich zur Geschwindigkeit von Kampfjets - über Österreich hinweggetuckert ist. Und sogar die war schon fast aus dem Staatsgebiet wieder draussen, ehe sie unsere Eurofighter, der Stolz der Nation, mit hängender Zunge gerade noch erreicht haben.

Was im Fall eines tatsächlichen Angriffs durch Militärmaschinen gewesen wäre ... die sind ein klein wenig schneller, verhalten sich normalerweise auch etwas anders, um später entdeckt zu werden - und haben noch dazu die seltsame Angewohnheit, im Fall der Fälle auch zu schießen ...

So sieht die Realität aus, wenn ein paar Sandkastenspieler lieber Rüstungslobbyisten gehorchen, als dem eigenen Verstand! Anscheinend haben nicht nur die Eurofighter einen störenden Überschall-Knall, sondern auch diejenigen, die für die Beschaffung und Entscheidung darüber verantwortlich sind.

Was zurück bleibt, sind Scherben - von den Fenstern auf dem Boden, und im Budget unseres schönen Landes.

G.K., 3.6.2011