Strafzinsen in Österreich noch kein Thema (15.8.2019)

 

https://orf.at/stories/3133747/

Zitat: "Strafzinsen auf Spareinlagen, wie sie in Deutschland demnächst vermehrt kommen könnten, sind für die heimischen Banken bisher kein Thema. Das betonte der österreichische Bankenverband gestern Abend. Dort wollte man aber auch nicht ausschließen, dass sich eine solche Debatte auch hierzulande entwickelt."

 

Warum überlegt man in so einer Richtung - und bringt solche Meldungen, "wenn es eh noch kein Thema ist"?

Na ja, ganz einfach:

Einerseits soll konsumiert statt gespart werden - weil sonst bleibt die Wirtschaft auf ihrem Ramsch sitzen. Siehe die sich ausbreitende weltweite Rezession. Die ja kein Wunder ist, wenn man den Leuten weniger Geld für ihre Arbeit bezahlt oder sie gleich auf die Straße setzt, um in einem Billiglohnland für einen Dollar pro Tag zu unmenschlichen Bedingungen schuften zu lassen. Sowas von komisch: Die gekündigten Arbeitnehmer sind in einer Massenkonsum-Gesellschaft gleichzeitig auch die Käufer. Shit happens!

Aber: Die Leute wollen ja auch irgendwie noch einen Notgroschen behalten. Für die Not eben - wenn sie nicht schon da ist. Wohin damit?

Nun, auf Spareinlagen ist dieser Notgroschen den Finanzmärkten ein Dorn im Auge. Viel besser scheint der in den Aktienmärkten aufgehoben. Weil man nämlich dort kein Geld von unten nach oben umverteilen kann, wenn nicht immer frisches, realwirtschaftlich erarbeitetes Geld in die Börsengeschäfte nachfließt. Und das tröpfelt aus den bisherigen Quellen immer spärlicher.

Deswegen vertreibt man Sparer mit Negativzinsen aus ihren sicheren Anlageprodukten oder nutzt ihre Gier auf mehr Zugewinn, um dieses Umverteilungspotential für die großen Shareholder zu generieren.

Was natürlich dann dazu führt, dass in der Not kein Groschen mehr da ist. Shit happens!