Mit Sicherheit alleine ist es nicht getan (15.11.2018)

 

https://kurier.at/meinung/mit-sicherheit-alleine-ist-es-nicht-getan/400324419

Zitat: Nein, die Demokratie in Österreich ist nicht in Gefahr. Aber zu Bestnoten für die Politik und ihre Institutionen reicht es bei Weitem nicht. So lautet der aktuelle Befund einer Umfrage. Die Ergebnisse kommen zum Teil überhaupt nicht überraschend. Wenn im Vertrauensindex die Polizei zum Teil deutlich vor Justiz, Bundespräsident und Bundesregierung liegt, zeigt das einmal mehr, wie ausgeprägt das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher ist. Und dass nach Meinung der Österreicher die Polizei und nicht der Innenminister einen guten Job macht.

 

Es ist sensationell (aber wenig verwunderlich), welche höchstwahrscheinlich unrichtigen Schlüsse man aus einer Studie ziehen kann!

Zum Beispiel wenn hier zu lesen ist, dass das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher sehr ausgeprägt ist, weil im Vertrauensindex die Polizei zum Teil deutlich vor Justiz, Bundespräsident und Bundesregierung liegt.

Nein, Herrschaften, das Vertrauen in die übrigen ist derart schlecht!

Hätte man in dieser Studie die Frage gestellt, ob die Österreicher den Politikern mehr vertrauen als der Mafia, man hätte auf das Ergebnis durchaus gespannt sein können - mit wohl kaum zulässigen Schlüssen auf das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher!

Wenig verwunderlich, dieses Ergebnis, wenn da später steht, es wäre an anderen Stellschrauben drehen, zum Beispiel beim dringenden Wunsch nach mehr Beteiligungsmöglichkeiten - wo eben in der Vergangenheit viel Kredit verspielt worden ist und zahlreiche schubladisierte Volksbegehren Hunderttausende Enttäuschte zurückgelassen haben. Wenn da von den Menschen - mit Fug und Recht - bei der Justiz mehr Unabhängigkeit gefordert wird.

Wieso ist es dann das Sicherheitsbedürfnis der Österreicher, der die Polizei im Vertrauensindex deutlich vor Justiz, Bundespräsident und Bundesregierung liegen lässt - und nicht das, was es ist: Das Versagen in der amtierenden Politik!?

Die Politiker ließen erforschen, wie die Österreicher zur Demokratie stehen – und jetzt sollten sie handeln.