Lasst Strache und sein Team arbeiten! (20.1.2012)

Eine Regierungsbeteiligung der FPÖ, am besten an der Seite der SPÖ, wäre auf jeden Fall nicht schlimmer als eine Fortsetzung der Großen Koalition. ...

https://www.diepresse.com/725597/lasst-strache-und-sein-team-arbeiten

 

Nein, Herr Fleischhacker, da muss ich heftig widersprechen!

Nicht, dass man sich davor fürchten müsse, der Zahntechniker würde in Österreich ein Drittes oder Viertes Reich errichten, nach seiner Beteiligung an der Macht. Dazu fehlt ihm - sogar an den stark reduzierten Maßstäben der edel-rechten Seite gemessen - das Format. H.C. Strache kann ja nicht einmal seinem Vorbild Jörg Haider, nach dessen Muster er seine eigene Handlungsweise strickt, auch nur annähernd das Wasser reichen. Hoffentlich fährt er wenigstens etwas verantwortungsbewusster Auto!

Nein, das ist nicht der Grund dafür, der Forderung, Strache und sein Team arbeiten zu lassen, eine klare Abfuhr zu erteilen.

Die Begründung liegt vielmehr darin, dass wir uns beim heutigen Stand der Dinge eine zweite Phase "1999 - 2006" nicht mehr leisten können - bloß um zu erkennen, dass "Strache und sein Team" auch ohne Faschisten-/Antifaschisten-Debatte bezüglich politischer Verantwortung einfach nur abzuhaken sind.

Schon vergessen? H.C. Strache war damals schon unter Schwarz-Blau/Orange in maßgeblicher Funktion in der FPÖ tätig. Und da wären ihm all die Dinge, die da passiert oder nicht passiert sind, schlichtwegs entgangen? Ich meine die auf offiziellem politischen Parkett ebenso, wie die im politischen Hinterzimmer!

Dass der FPÖ-Boss einen Hang zu überaus kreativen Erklärungen hat, ist auch nicht neu (3 Bier, Paintball, Care-Pakete, ...). Wieso sollte sich das dann ändern, wenn er auf einmal mit "Herr Vizekanzler" oder gar "Herr Bundeskanzler" angeredet werden muss? 

"... und sein Team ..."?

Gegen das, was sich da derzeit in der FPÖ als Kandidatenrunde für "sein Team" auftut, war ja die damalige blau-orange Regierungsmannschaft noch das "Who is who"! Und was uns diese Mannschaft so an Freuden bereitet bzw. hinterlassen hat, füllt derzeit die Schlagzeilen und Justizakten.

Unter DIESEN Voraussetzungen eine Neuauflage???

Das kann doch wohl nicht ernst gemeint sein, Herr Fleischhacker!

Da kann auch das - richtige - Argument nicht dagegen halten, dass die derzeitige Regierung (wie damals schon, vor Schwarz-Blau) nur durch de facto Stillstand auffällt. So wohlformuliert und dem Koalitionspartner in die Schuhe geschoben das auch immer sein mag.

Klar, dass dann die Bürger und Wähler zu "Alles besser, als die da!" neigen.

Und dass die Grünen in Wien gerade beweisen, wie Regieren mit ihnen wirklich funktioniert - nämlich außer ein bissl Radlfahrer-Aktionismus bei jeder noch so großen Sauerei und Abzocke fest die Augen zumachen - erweitert die wählbaren Alternativen nicht wirklich.

Nur können wir uns eben ein "Wieder nix!" in der momentanen Lage leider nicht mehr leisten.

Den Bürgern, die allmählich von dieser Situation derart die Nase voll haben, dass sie beginnen, sich endlich zu organisieren und die Dinge selber in die Hand zu nehmen, etwas anderes vorzugaukeln, ist höchst gefährlich.

Dann wird die längst erforderliche Ablöse der heute tätigen politischen Kräfte, die ausschließlich das eigene Wohl im Sinn haben, nämlich auf anderem Weg erfolgen, als auf friedlichem, gewaltfreiem und demokratischem. 

G.K., 21.1.2012

 

P.S.: Schöne Grüße aus einer Gegenwart NACH Ibiza!