Land fördert Bauern mit „Bauernhofpaket“ (21.2.2020)

 

https://noe.orf.at/stories/3035212/

Zitat: Das Land Niederösterreich will die Bauern im heurigen Jahr zusätzlich mit zwei Millionen Euro unterstützen. Das am Dienstag in St. Pölten präsentierte sogenannte Bauernhofpaket umfasst sieben Maßnahmen – von Weidelandförderungen bis hin zu Imagemaßnahmen wie einer Offensive für die Schulmilch. Der größte Teil der zusätzlichen Fördermaßnahmen, nämlich eine Million Euro, soll in die Wiederaufforstung fließen. Denn die Borkenkäfer haben den Wäldern zugesetzt. In den vergangenen zwei Jahren waren etwa 20.000 Hektar Wald – etwa die Hälfte der Fläche Wiens – betroffen. Mit einer Million Euro soll nun die Wiederaufforstung unterstützt werden. Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP): „Wir wollen die Bauern unterstützen, vor allem wollen wir aber das Tempo erhöhen. Je schneller die Aufforstung durchgeführt wird, desto besser für den Baumbestand.“

 

Gleich vorweg: In diesem Beitrag soll gar nicht reine Kritik zur Förderungen der Landesregierung an Landwirte geäußert werden!

Es geht mehr darum, dies als Anlass zu nehmen, um Fragen zu stellen. Um zu überlegen, ob hier die Strukturen aktuell gut auf die Herausforderungen des Klimawandels aufgestellt sind.

Die niederösterreichische Landesregierung will dieses Jahr also den Landwirten zusätzlich eine Million Euro an Förderungen für die Aufforstung zur Verfügung stellen.

Aber ist das Förderungssystem noch passend aufgestellt?

Ein Kritikpunkt dabei ist, dass Förderpläne für 6 Jahre aufgestellt werden. Dies sieht zuerst einmal nicht gerade flexibel aus. Besonders wenn man sich kurzfristige Herausforderungen wie den Borkenkäferbefall ins Gedächtnis ruft.

Allerdings muss man dazu sagen, dass die Baumschulen schon ungefähr drei Jahre brauchen, um passende Jungbäume zu ziehen. Also es braucht hier eine gewisse Zeit, um auch passenden Bestand heranwachsen zu lassen.

So ist ein Förderungsplan an sich auch nicht wirklich das große Problem, sondern eher dass sich dann natürlich die Baumschulen in ihrer Heranzucht darauf beziehen, und ihre Bestände so aufbauen.

Hier gibt es allerdings auch sehr festgefahrene Strukturen, vor allem in den Landesforstbetrieben, welche maßgeblich als Bezugsquelle für den Jungbaumbestand dienen. Hier braucht es wohl mehr Freiheit für die Betriebe, flexibler auf regionale und akute Probleme reagieren zu können!

So werden dieses Jahr auch noch Fichten gefördert. Allerdings werden diese wohl durch die aktuellen Umstände (Trockenheit, Borkenkäferbefall) kaum verkauft werden. Und der Jungbaumbestand, der übrig bleibt, wird entsorgt.

Wenn diese geförderten Bäume in die Forstwirtschaft gehen, ist auch dies kein wirklicher Vorteil. Denn man darf nicht vergessen, dass diese Wirtschaftswälder im Grunde reine Plantagen sind und zu einem großen Teil nichts mit naturbelassenen Ökosystemen zu tun haben. Hier greift der Mensch ständig ein, um vor allem die Wirtschaftlichkeit dieser Bestände zu sichern!

Es ist also hier die grundlegende Frage zu stellen, ob die verantwortlichen Experten nicht ein völlig neues Konzept für die Forstwirtschaft andenken müssen!

Ansätze dafür gäbe es!