Karfreitag: Gute Nachrichten für den Standort (27.2.2019)

 

 
Zitat: Die Regierung scheint die Wirtschaft dabei unterstützen zu wollen. Das zeigt die aktuelle Entscheidung zum Dauer-Faschingsthema Karfreitag. Die Lösung ist letztendlich eine Entscheidung für die Wirtschaft und für Arbeitsplätze. Zudem wird damit der pro-unternehmerische Anspruch der protestantischen Arbeitsethik erfüllt. Und wir brauchen Leistung und Aufstieg. Denn wie schon die SPÖ 1969 in ihrem Wirtschaftsprogramm erkannte, schaffen nur Leistung und Aufstieg auch soziale Sicherheit.
 
Na klar applaudieren Industriellenvereinigung und Wirtschaftskammer der Karfreitagsregelung als weitere Verschlechterung für die Arbeitnehmer ebenso wie Medien a la Kurier. Denn schließlich muss man in Hinkunft zumindest durch einen Teil der Arbeitnehmer einen Urlaubstag in Anspruch nehmen, um wieder KarFREItag zu haben.
 
Und die Unternehmervertreter begrüßen das als weitere Verbesserung der wirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit - in Wahrheit der Kostenminimierung.
 
Weil wir ja mit Wettbewerbern wie Indien, China, wohl auch Bangla Desh und Nigeria etc. Schritt halten wollen.
 
Bis die Unternehmen auch zu den Kosten und Bedingungen wie dort produzieren können - denn vorher werden sie im zerstörerischen Wettlauf in den Abgrund keine Ruhe geben.
Deshalb in den Abgrund weil diese Herr- und Frauschaften nicht in der Lage sind zu begreifen, dass ihnen dann den produzierten Massenramsch niemand mehr wird abkaufen können. Weil auch ein Herr Mateschitz dann keine Million T-Shirts (made in Austria) brauchen wird ...
 
Und übrigens: Geht's der Wirtschaft gut, geht's den Shareholdern gut. Mit den Menschen an sich und direkt hat das in der Breite noch gar nichts zu tun. Meist sogar im Gegenteil, wie man sieht!
 
Aber auch zur dann sich auftuenden Wirtschaftswunderfabelwelt schönt man jetzt schon, wie die Lage bereits aussieht. Nimmt man zum Beispiel diesen Bericht im selben Kurier vom Vortag! Was liest man da? "Jedes zweite Unternehmen (51 Prozent) rechnet heuer mit einem Umsatzwachstum."
 
Moment! Heißt das nach meinem Verständnis von Mathematik etwa, dass das 49 Prozent der Unternehmen NICHT tun?
 
"Im Durchschnitt erwarten die Unternehmen ein Umsatzplus von 1,7 Prozent, ..."
 
Moment! Liegt das - nach meiner schlichten Recherche - nicht UNTER der letztjährigen Inflationsrate?
 
Trotz dem, was man da alles tut, um die Arbeitnehmer noch weiter auszubluten? DAS sind schon die "good news"?
 
Aber wie heißt es da in der Überschrift? "Österreichs Unternehmer so optimistisch wie zuletzt 2008"
 
Und wir wissen ja wohl alle, was danach war und wie sich das mit dem berechtigten Optimismus weiter entwickelt hat.
Oder?