IV-Präsident will bessere Gehälter für Politiker (27.10.2011)

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IV-Präsident will bessere Gehälter für Politiker
Österreich brauche weniger Politiker, aber dafür besser bezahlte. Das forderte Industriellenpräsident Veit Sorger bei der Vollversammlung der Salzburger Industrie. „Man bekommt keine erstklassigen Leute, wenn man sie nicht bezahlt“, so Sorger.

Im Haus für Mozart hat am Montag die Vollversammlung der Salzburger Industriellenvereinigung stattgefunden. Dabei sprach sich Präsident Sorger für bessere Gehälter der Spitzenpolitiker aus. „Wir werden keine erstklassigen Leute bekommen, wenn wir sie nicht bezahlen. Ein Bundeskanzler hat neun Millionen Mitarbeiter und der Bundeskanzler verdient bekanntlich netto 6.000 Euro im Monat“, argumentiert Sorger.

„Wer Spitzenleistungen will, muss dafür zahlen“
„Daher müssen wir uns schon überlegen: wenn wir Spitzenleistungen überall haben wollen, müssen wir sie auch richtig und ordentlich entlohnen, so wie wir das in der Industrie machen. Denn sonst bekommen wir auch nicht die besten Leute“, ergänzt der österreichische Industriellenpräsident.

Der Salzburger Industriellenpräsident Rudolf Zrost warf der Politik vor, viel Lärm um nichts zu machen und trat für die Forderungen der Demokratie-Initiative „Mein Österreich“ ein - wie stärkeres Persönlichkeitswahlrecht, transparente Parteienfinanzierung, verkleinerte Landtage und neue Anti-Korruptionsgesetze.

 

Na, ist doch schön, wenn endlich wieder einmal ein Vorschlag auf dem Tisch liegt, den alle Politiker - quer über die Parteifarben hinweg - befürworten werden.

Aber beim genaueren Hinsehen stellt sich heraus, dass der Einbringer dieses Vorschlags, mein Lieblings-gegen-alles-was-sinnvoll-ist-Arbeiter Veit Sorger, schon beim Argument der neun Millionen Mitarbeiter kräftig ins Leere geschlagen hat. Ich meine damit nicht einmal die Zahl der neun (??) Millionen Mitarbeiter. Ich meine vielmehr, dass es über acht Millionen Arbeitgeber oder im Neudeutsch "Shareholder" des Bundeskanzlers sind. Nicht diese Leute arbeiten alle für den Bundeskanzler - ER arbeitet für SIE!

Bezeichnend, dass gerade der Präsident der Industriellenvereinigung das offenbar ganz anders sieht.

Und, auch einmal ganz offen gesagt, Herr Sorger: Wenn ein Politiker deswegen nicht Bundeskanzler werden möchte, weil ihm 6.000,- Euro (netto) im Monat - ausgerechnet in Zeiten, wie diesen - dafür zu minder sind, dann sollte dieser Politiker sowieso schleunigst die Hände von der Politik lassen. Nicht nur als Bundeskanzler, sondern ganz!

Noch kann ich mich an so fadenscheinige Argumente erinnern, wie "Politiker und Spitzenbeamte muss man gut bezahlen, damit sie nicht für Korruption anfällig sind." Was in der Praxis von dieser tollen Argumentation zu halten ist, sieht man gerade.

Und wozu gut bezahlte Manager in der Wirtschaft / Industrie fähig sind, das füllt derzeit tagtäglich Berichte in den Medien und die Aktenordner bei Gericht oder der Staatsanwaltschaft.

Nein, Geld ist nicht der Garant für DIE Qualität, die wir heute benötigen.

Ganz im Gegenteil!

G.K., 27.10.2011