„Fünfzig Prozent und eine Stimme reichen“ (4.1.2020)

 

https://orf.at/stories/3149668/

Zitat: „Es ist psychologisch eine schwierige Frage, in alle (Delegierten, Anm.) hineinzuschauen, aber ich glaube, die ganze Empfehlung über das Team ist einstimmig ausgefallen, und das ist ein gewisser Hinweis“, so Bundessprecher Werner Kogler am Vorabend nach dem Erweiterten Bundesvorstand. Mit einer Zweidrittelmehrheit wäre man „super unterwegs“, so Kogler, der sich aber auf keine Prozentspekulationen einlassen wollte: „Fünfzig Prozent und eine Stimme reichen auch.“ 

 

Na bravo! Der Herr Kogler wäre bereit, die weitere Unterstützung von schon einmal 137 der 275 Delegierten des Grünen-Bundeskongresses zu opfern - nur damit es eine Regierungsteilnahme der Grünen und satte Pfründe für die Parteispitze gibt?

Cool!

Und das sind ja eher die "SEHR Grünen", die dort vertreten sind: Abgeordnete aus dem Europaparlament, dem Nationalrat und Bundesrat, Landtagsabgeordnete, Regierungsmitglieder auf Länderebene, Bundesvorstand, ...! Wie steht denn der Herr Kogler (samt den anderen in seinem kleinen grünen Leader-Boot) dann erst zur breiten Mehrheit der "weniger Grünen" an der Basis?

Scheißegal?
Der Schluss liegt nahe!

Weil einem halt - wenn's um wirklich so richtig Geld geht - das türkise Hemd näher ist, als der grüne Rock!

Zitat: Insbesondere aufgrund der Bedeutung der Entscheidung übte sich Kogler im Vorfeld in Zuversicht, alle Delegierten sollten sich „der Verantwortung für Österreich bewusst sein“. Die Wahl von Alexander Van der Bellens zum Bundespräsidenten sei bereits „ein Fingerzeig“ gewesen. „Wir halten es für notwendig, dass die Rechten und Rechtsextremen ferngehalten werden“, so Kogler – der auch deswegen eine Zustimmung zu dem Pakt einmahnte. 

"Der Verantwortung um Österreich bewusst ..." - gemeint ist wohl: Bewusst, dass es die Grüne Spitzenfreunde eben um so richtig viel Geld bringen würde, falls der Deal nicht zustande kommt.

Und: "Hauptsache, die Rechten und Rechtsextremen wurden ferngehalten" bringt gar nichts, Herr Kogler, wenn man - dem großen Geld zuliebe - ungeniert deren Politik fortsetzen hilft. Und sogar in der Vereinbarung dem Koalitionspartner freie Hand lässt, "im Fall der Fälle" mit eben diesen Rechten und Rechtsextremen zu paktieren!

Nein, die Grünen haben sich nicht geändert! Nicht seit der ersten Verantwortungs-Beteiligung, wo man auch annehmen musste, dass die Körperfresser über die Wiener Grünen hergefallen sind. Nicht seit dem OWS-Zubetonieren, der Heumarkt- und Chorherr-Causa, dem Jungbäumchen-Herumkutschieren, der Novomatic-Glawischnig, und, und, und!

Wer hätte auch etwas anderes erwartet?

So wie auch nicht zu erwarten ist, dass es heute beim Bundeskongress keine Mehrheit für die türkis-grüne Regierungs-Impertinenz gäbe. Wo doch sicher durch diese "Zukunftsperspektive" mehr als 137 gut dotierte grüne Spitzenjobs zu vergeben sein werden ...