Fackeln und Mistgabeln (16.8.2022)

 

https://orf.at/stories/3281058/

Zitat: Vizekanzler und Grünen-Chef Werner Kogler hat im ORF-„Sommergespräch“ angesichts der vielen Herausforderungen von der Teuerung bis zum Ukraine-Krieg vor zu einfachen Lösungen gewarnt. Auch bei der von ihm selbst zuletzt in Spiel gebrachten Besteuerung der Übergewinne bei Energiekonzernen müsse das Modell ökologisch, ökonomisch und sozial „schlau“ sein. Ungeachtet von Turbulenzen und schlechten Vertrauenswerten will er in der schwarz-grünen Regierung weiterarbeiten. Diese müsse handlungsfähig sein und Ergebnisse liefern. ... Wieso die Wien Energie und auch die EVN ihre Preise im September mit dieser Geschwindigkeit und diesem Umfang erhöhen müssten, sei unverständlich, das hätten Wien und Niederösterreich moderater machen können. ... Insgesamt sieht der Vizekanzler „Österreich auf der Überholspur bei Klimaschutz“ – auch wenn das Klimaschutzgesetz noch weiter ausständig sei. Es gäbe Widerstände, so Kogler, aber man arbeite daran. ... Auch auf bei den anstehenden Pensionserhöhungen wollte sich Kogler noch nicht festlegen, auch das sei eine „Spur komplizierter“. ... Zur Koalition mit der ÖVP und dem in Umfragen festgestellten Vertrauensverlust der Bevölkerung in die Regierung befragt, sagte Kogler, es würden die Ergebnisse zählen, und die „können sich sehen lassen“. „Wir leben in einer Zeitenwende“, sagte Kogler, das betreffe vor allem die Energiewende. „Und da sind die Grünen dort, wo sie hingehören, in die Verantwortung.“ 

 

Mhm!

So also die Sicht des Junior-Partners in der Regierung auf die reale Situation, die bisherige Arbeit und die allernächste Zukunft.

 

Aber statt das zu kommentieren ein kurzer, kritischer Blick auf das, was sich dem entgegenstehend entwickelt. Da kursiert gerade ein bezeichnendes Bild auf Facebook (etc.):

 

Nein! Brauchen wir NICHT - und DÜRFEN WIR GAR NICHT BRAUCHEN!

Mein Großvater war ein hervorragender Schachspieler - und er hat mich eines gelehrt: "Mach NIE den Zug, auf den Dein Gegner schon wartet!"

Wofür hat denn Österreich in Radpanzer investiert? Zitat: Der Pandur ist ein bewährtes Fahrzeug, welches unseren Soldaten in schwierigen Situationen den notwendigen Schutz gegen Beschuss mit Handfeuerwaffen, Splitter und Minen bietet", so Verteidigungsminister Kunasek. ... Dadurch eignet sich das Fahrzeug besonders für den Einsatz im urbanen Raum sowie für Schutz- und Sicherungsaufgaben.

Sollten wir wirklich allen Ernstes als "Volk" der etablierten Macht den Gefallen eines bewaffneten Aufstands tun, damit sie dann den allerbesten Vorwand haben, um in Sachen Post-Demokratie "den Deckel endgültig drauf zu tun" und die Menschen-/Bürgerrechte endgültig zu knicken, "um uns vor uns selber zu schützen" - weil wir halt deppert und aufmüpfig-gefährlich sind?

Gut, abgesehen davon, dass der typische Österreicher punkto Mentalität (zum Glück!) nicht wirklich für Revolution geschaffen ist. Nicht von ungefähr fand die in Österreich erst 1848/49 statt - also rund ein halbes Jahrhundert nach der französischen Revolution 1789 und fast 20 Jahre nach dem europäischen Revolutionsjahr 1830. Wir sind in unseren Wesenszügen eben nicht Franzosen, Iren, Schotten oder Polen. Gott sei Dank!

Gott sei Dank - weil: Was jetzt gefragt ist, das ist NICHT Aufstand und Revolution - das kostet Blut, kostet viele Tränen. Und tauscht im "besten Fall" nur die Köpfe der Machthaber aus. Siehe damals Frankreich mit der Schreckensherrschaft von Robespierre und Co. und gleich danach Napoleon Bonaparte (auch kein begeisterter Demokrat, wie die Geschichte erzählt). Siehe später Russland ab 1917 - über Lenin/Trotzki zu Stalin (ff). Wir sollten aus der Geschichte lernen, statt sie einfach blind zu wiederholen!

Ich zitiere Karl Julius Weber: Revolutionen bessern nicht, wohl aber Reformationen. Weber, dem ebenso zugeschrieben wird: Von oben herab muss reformiert werden, wenn nicht von unten hinauf revolutioniert werden soll. Aber auch: Nur der ist ein guter Regent, dem Verfassung, Gesetz und Menschlichkeit heilig sind.

 

Wir brauchen keine Revolution - wir brauchen REFORMEN!

Natürlich sind die viel schwieriger herbeizuführen als eine "Revolution" - bei der man nur abwarten muss, ob die hüben oder drüben besser schießen. Reformen leisten aber DAS, WAS WIR WIRKLICH BRAUCHEN!

Es kann auch nicht wirklich trösten, dass die Trägheit der Menschen hierzulande wohl eh "keine Revolution im eigentlichen Sinn" nach sich ziehen wird, oder zumindest nicht so schnell. Es reicht, wenn ein Mensch nach dem anderen irgendwann irgendwo durchdreht, weil er/sie/es keine Chance mehr für das eigene Leben sieht und meint "Wenn ich hin bin, sollen es möglichst viele andere auch sein!" Wie sich davor schützen? Und wo überall?

1789 waren für den Sturm auf die Bastille rund 1000 Pariser Bürger erforderlich - um 7 (!) Gefangene zu befreien (vier Urkundenfälscher, zwei Geisteskranke und vermutlich den adligen Schriftsteller Marquis de Sade, den seine Familie wegen seines wüsten Lebenswandels in der Bastille hatte festsetzen lassen).

Und wieviele sind heute - am völlig falschen Platz - vonnöten, um halb Europa in Schutt und Asche zu legen oder unbewohnbar zu machen? Reicht da nicht schon EINER?

Wer meint, sich gegen all das durch mehr ausgebildete Personenschützer absichern zu können, der hat weder die Gegenwart mit all ihrer Problematik noch das Konzept der Prävention wirklich verstanden. Denn wo ein Wille ist wird IMMER ein Weg sein!

Wir müssen den WILLEN zu den drohenden Wahnsinnstaten aus der Welt bringen - durch gute, nachhaltige und wirklich die Probleme lösende Politik und eine Gesellschaft für ALLE!

Wir brauchen daher auch Reformen für uns ALLE. In Wahrheit auch die, die glauben, Sieger aus den heutigen Miseren zu sein (sind sie nicht, mein Wort drauf).

Wir brauchen diese Reformen ganz dringend - um noch irgendwie schneller zu sein, als der blanke, provozierte Wahnsinn!