Die Zukunft steckt in kleinen Dingen (17.8.2019)

 

https://kurier.at/cm/bawag/veranlagung/die-zukunft-steckt-in-kleinen-dingen/400570169

Zitat: Geldanlage: Mikroelektronik ist der Schlüssel zur Welt von morgen

 

Also einmal ganz abgesehen davon, dass wir seitens der DA ökologische und soziale Verträglichkeit, nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolle Politik, gute Bildung, gesunde Menschen, intakte Familien (etc.) für den Schlüssel zur Welt von morgen halten: Ist Ihnen etwas aufgefallen? Nein?

Oben über dem "Artikel" steht: "Sponsored Content". Der Kurier bekommt also für diesen Beitrag bezahlt. Es ist also im weitesten Sinn Werbung.

Wobei ja schon furchtbar nett gegenüber dem Leser ist, dass das überhaupt da oben drüber steht - denn bei vielen anderen Beiträgen (insbesondere zum Thema Politik) steht das nicht so fein säuberlich nachlesbar dort. Obwohl es sich - direkt oder indirekt - ebenso verhält.

Und deshalb nehmen wir diesen "Artikel" als Beispiel, um auf ein massives Problem hinzuweisen, das Medienkonsumenten mit den Medien, die sie konsumieren haben:

Was ist Tatsache, was ist Stimmungsmache? Was vielleicht gar bloß Werbung oder plumpe Propaganda?

Was ist realer Sachverhalt, was bloß eine persönliche Ansicht des Autors? Wo endet die Berichterstattung und beginnt der Kommentar?

Was beruht auf investigativer Recherche, und wo gibt man bloß irgendwelche subjektiven Ansichten interviewter Personen wieder?

Wer kommt zu Wort - mit welchem Inhalt, und wer nicht?

Nehmen Sie selbst einmal einen Medienbeitrag her und trennen Sie säuberlich nach diesen Kriterien: Recherchiertes Faktum, wiedergegebene Meinung Dritter, Meinung des Redakteurs, überhaupt bezahlte Werbung, et cetera. Sie bekommen womöglich ein ganz anderes Bild von der gerade dargebotenen "Realität" - in der bei Medienberichten oft ein erschütternd geringer Anteil an unumstößlichen Fakten enthalten ist.

Natürlich besteht unsere Realität aus zahllosen sehr subjektiven Wirklichkeiten. Und ein Medienbericht ist bloß eine von denen.

Leider aber viel zu sehr und unnotwendiger Weise.

Wir meinen: Auch hier sind Verbesserungen anzudenken, um dem Medienbezieher ein eigenes Bild auf die Realität zu ermöglichen. Was wir auch in unserem Verfassungsvorschlag verankert haben (Artikel 92).