Das Mädchen mit den Zöpfen und dem Revoluzzergeist (13.2.2019)

 

https://www.derstandard.at/story/2000093704384/greta-thunberg-das-maedchen-mit-den-zoepfen-und-dem-revoluzzergeist

Zitat: Greta Thunberg schwänzt die Schule und demonstriert stattdessen gegen den Klimawandel. Sie ist ein Vorbild für Tausende.

 

Haben Sie von ihr gehört - Greta Thunberg - der jungen Umweltaktivistin aus Schweden, die bei der Klimakonferenz in Kattowitz Politikern und Experten einen Vortrag hielt, in dem sie endlich Handlungen statt Ansprachen forderte?

Nun, jeder kann natürlich zu diesem Vortrag seine persönliche Meinung haben. Dieses Recht besteht. Es sollte sich aber dann um eine konstruktive und inhaltliche Diskussion handeln!!

Jedoch wird diese junge, engagierte Frau derzeit von teils Konservativen, teils Rechten und vor allem "den Älteren" auf Social Media regelrecht gemobbt. Man kann ruhig von Diffamierung sprechen. So findet man im Netz Bezeichnungen wie "verhaltensgestört" und noch einige andere äußerst fragwürdige und wenig schmeichelhafte Zuweisungen.

Man muss sich hierzu aus mehreren Gründen an den Kopf greifen: Woher kommt diese offene Antipathie und Aggression gegen einen jungen Menschen, der sich für etwas einsetzt und sich nicht scheut, dafür öffentlich klare Worte zu finden?

Inhaltlich mutet es schon höchst seltsam an, dass ein Mädchen, das sich massiv für den Schutz des Klimas engagiert von Teilnehmern an einer Klimakonferenz angegriffen wird. Von Menschen also, die aus unseren Steuergeldern bezahlt werden und zu dieser Konferenz mit Hunderten Flugzeugen aus allen Herren Ländern anreisen, um genau das zu tun - das Klima retten nämlich. Wer ist jetzt hier "verhaltensgestört"? Und wieso stört diese Herrschaften ein Mädchen derart, das das Interesse der Medien auf sich zieht und den Verantwortlich deutlich aufträgt, das endlich zu tun, wozu sie hier sind?

Muss man sich nicht in Wahrheit fragen: Was wollen die Teilnehmer an dieser Konferenz dort wirklich? In wessen Auftrag und mit welchem Mandat sind sie tatsächlich dort?

Aber es geht noch um mehr!

Die älteren Herrschaften raten der jungen Dame, zuerst einmal selber schmerzhafte Erfahrungen zu machen, wie diese selbst vor 50 bis 60 Jahren oder noch länger zurück in ihrer Kindheit gemacht haben. Sie möge sich die Entbehrung dieser Zeit vor Augen führen bevor sie sich als junger Mensch herausnimmt, kecke Forderungen für ihre Zukunft zu stellen!

Muss sie das? Ist es nicht besser, zeitgerecht zu handeln, BEVOR die schmerzhaften Erfahrungen anstehen? Müssten nicht gerade diese Ratgeber aus ihrer Geschichte gelernt haben, dass ZEITGERECHTES Handeln bei herandrohenden Gefahren unabdingbar ist?

Aber leider kommt man bei manchen veröffentlichten Postings nicht um das Gefühl herum, es ginge um das altbekannte Thema "Diese Jungspunde haben uns gar nichts zu sagen!"

Ja ich wage bei einigen Postern sogar die These: Schon wenn es sich um einen jungen MANN gehandelt hätte, würden die Reaktion ein wenig anders ausfallen!

Und obendrein: Vermitteln wir unseren Kindern nicht immer wieder, sie sollen sich für etwas einsetzen, das ihnen wichtig ist? Dass sie sich nicht ducken sollen, sie Mut haben müssen, selbstbewusst und kritisch sein, sie sich für ihre Belange und ihre Zukunft durchsetzen müssen?

Warum ist das in diesem Fall anders? Weil die Interessen unterschiedlich sind? Haben die Kritiker NICHT die Belange ihrer Kinder und das Beste für ihre Zukunft im Sinn? Sondern was denn? Und warum?

Oder sind die Anforderungen an unsere Kinder nur leere Phrasen? Wollen wir in Wirklichkeit ganz andere? Duckmäuser? Kuscher? Antriebslose Zombies? Brave Untergebene, die alles schlucken?

Wollen wir eine neue Generation an Menschen, die an den wichtigen Themen kein Interesse hat und sich für diese Belange nicht engagiert?
Das kann nicht in unser ALLER Interesse liegen!