BP-Kandidatur: Fragen und Antworten – Abtreibung (6.7.2022)

 

http://www.bundespraesidentschaftswahl.at/gerhard-kuchta.html

Frage: Sind Sie für die straffreie Tötung ("Abtreibung") von ungeborenen Kindern durch ihre jeweilige Mutter bzw. einen Arzt?

 

Antwort: Trotz der ziemlich tendenziösen Fragestellung eine ehrliche Antwort dazu: Ich bin für das Beibehalten der derzeitigen Fristenlösung - und eine über diese Frist weit hinausgehende Regelung bei der medizinisch gesicherten Erkenntnis, dass das Neugeborene höchstwahrscheinlich schwer(st)e Behinderungen aufweisen wird.

Natürlich dreht sich alles um die Frage, ab wann "schutzwürdiges Leben" besteht, das ohne Wenn und Aber vor einer Beendigung zu schützen ist.

Paradoxer Weise als Frage oft von Mitmenschen gestellt, die mit der potentiellen oder tatsächlichen Beendigung von "JEDENFALLS bestehendem Leben" (Todesstrafe, lockeres Waffenrecht, Schließung von sicheren Fluchtrouten etc.) absolut KEIN Problem haben.

Und die offenbar ganz übersehen, dass es vor der Fristenlösung AUCH Abtreibungen gegeben hat. Allerdings solche, die nicht nur Mutter und Arzt (oder sonstigen Ausführenden) kriminalisiert, sondern neben der Abtreibung des Fötus oft auch das Leben der Mutter aufs Spiel gesetzt haben. Auch schutzwürdiges Leben, by the way!

Mein Ansatz: Wohl die wenigsten Mütter/Eltern machen sich eine Abtreibung leicht - und die psychische Belastung daraus ist sowieso enorm. Das ist bereits ein nicht zu unterschätzendes Regulativ. Und die Geburt/Existenz eines Kindes ermöglicht nicht bloß das Leben eines Kindes, sondern gefährdet unter Umständen auch die Lebensbasis der Eltern. Hier ohne Wenn und Aber einzugreifen steht nur einer Gesellschaft zu, die auch ohne Wenn und Aber jedenfalls die Existenzbasis und das Wohlergehen der GANZEN Familie (samt Zukunftschancen des Kindes) sichert. Davon sind wir nicht nur Lichtjahre entfernt, sondern entfernen uns gerade mit Lichtgeschwindigkeit in die gegenteilige Richtung. Daher: Siehe oben!

Wofür ich sehr wohl bin: Eine weit verbesserte Aufklärung und offene Thematisierung in der Schule und den Medien statt die Sexualität ins Schmuddeleck zu verbannen. Und intensivere Forschung und einen erleichterten Zugang zur Verhütung.

Aber genau hier sieht man die Paradoxie: Wenn eine katholische Kirche zum Beispiel gegen Abtreibung, Aufklärung UND Verhütung ist - und z.B. in den Dritte-Welt-Staaten als eine der reichsten Organisationen dieses Planeten gleichzeitig so entstandene Kinder verhungern oder verdursten lässt!

Sorry, nicht mein's - und erklärt wohl auch manche Austrittswelle dort.