BA.2-Immunitätsrate bei 61 Prozent (10.6.2022)

 

https://orf.at/stories/3270036/

Zitat: Gegen eine Infektion mit dem in Österreich dominanten Untertyp der Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Erregers namens BA.2 waren laut einer Modellrechnung des Teams um Simulationsforscher Niki Popper Anfang Juni geschätzte 61 Prozent der Bevölkerung immun.

 

Das ist eine Meldung vom 8. Juni 2022.

Und was hören wir von der Virologin Dorothee von Laer von der Universität Innsbruck in der ZIB 2 am 9. Juni 2022?

Zitat: Wir haben überhaupt keinen Überblick darüber, wie groß die Immunitätslücke ist in Österreich. Wir haben keine repräsentative Studie über die Durchseuchung der österreichischen Bevölkerung. Wir wissen gar nicht, ob wir überhaupt ein Problem haben oder ob doch wie in England schon 99 Prozent der Menschen schon Antikörper und einen gewissen Schutz vor schweren Verläufen haben“, so von Laer.

Mhm!

 

Und das immer noch in Anbetracht der Aussage von Primar Jörg Weber von der KABEG vom 25.11.2021: „Antikörper soll man bestimmen, aber nur bei ganz bestimmten Gruppen. Sonst ist es Unsinn und Geschäftemacherei, weil Ihnen kein Mensch sagen kann, welcher Antikörpertiter Sie wirklich vor einer Infektion schützt. Das ist wissenschaftlich noch nicht erwiesen bzw. nur bei Ausnahmen, wie Immunsupprimierten. Da geht es aber in erster Linie darum, ob sie eine Antwort haben ja oder nein. Daher verwirrt die Antikörper-Diskussion in erster Linie. Jede Antikörperbestimmung führt zu einem Umsatz, der Ihnen aber nicht hilft, sondern anderen, deshalb rate ich davon ab.“ 

Das macht die wissenschaftliche Standfestigkeit für die momentane Standortbestimmung und weitere Prognose auch nicht gerade größer, oder?

 

Aber riskieren wir dennoch einen Blick in die Details der Modellrechnung des Teams um Simulationsforscher Niki Popper. Zitat: Aktuell gehen die Forscher davon aus, dass etwas weniger als 15 Prozent der österreichischen Gesamtbevölkerung ihren bestehenden Schutz gegen die Omikron-Untervariante alleine durch eine entweder nachgewiesene oder nicht detektierte Infektion aufgebaut haben. Rund 40 Prozent waren Anfang Juni sowohl durch Impfung als auch durch eine durchgemachte Erkrankung immunisiert. Der Rest hat seinen Schutz rein von der Impfung.

Also rechnen wir einmal: 61 % der Bevölkerung sind - laut Modellrechnung geschätzt - geschützt. 15 + 40 = 55. Verbleibt also für den Rest 6 Prozent auf den Wert von 61.

Das ergibt also:

15% ohne Impfung überstandene Infektion
40% Impfung + Infektion (d.h. zu einem Gutteil nach der Impfung noch erkrankt)
6% Impfung + noch nicht erkrankt
39% keine Impfung + noch nicht erkrankt (das sind die, die laut Von der Laer eigentlich schon tot sein müssten)

Haben Sie sich die Relationen angesehen? Und da reden wir noch über "ohne Impfung geht die Welt unter"?

 

Oh, natürlich: Die Impfungen schützen vor schwerem Verlauf, Hospitalisierung, Intensivstation und Tod!

Tun sie das?

Machen wir dazu einen Blick auf die Seite der AGES:

Was auf den ersten Blick dort auffällt: Der Teil mit den Wochenberichten zu Impfdurchbrüchen ist nun überhaupt ganz verschwunden. Aber auch in denen hat man nichts zu tatsächlichen schweren Verläufen, Hospitalisierung, Intensivpflege und Tod wegen oder mit CoVid-19 trotz Impfung lesen können.

Nun findet man nur mehr den Link zu einer Kohortenstudie zur Effektivität von impf- und infektions-induzierter Immunisierung gegenüber der Infektion mit SARS-CoV-2, Variante Omikron (umfasst alle Infektionen, unabhängig von der klinischen Manifestation, unabhängig vom Schweregrad der klinischen Manifestation) - veröffentlicht am 19.4.2022.

In dieser Studie liest man als Limitationen auf Seite 3 und 4 - Zitat: Eine relevante Limitation dieser populations-basierten Studie ist die nicht methodisch kontrollierbare Unterschiedlichkeit im SARS-CoV-2-Testverhalten zwischen Geimpften bzw. Genesenen und Nicht-Geimpften bzw. SARS-CoV-2 naiven Personen. Dies kann eine Auswirkung auf die Wahrscheinlichkeit haben, als Fall einer SARS-CoV-2-Infektion erkannt zu werden. Weitere Limitation unserer Studie ist, dass wir mangels der Verfügbarkeit der Daten über den Schweregrad der klinischen Manifestation derzeit nicht in der Lage sind, die protektive Wirksamkeit der impf-induzierten bzw. infektions-(/impf-) induzierten Immunität in Bezug auf schweren COViD-19-Krankheitsverlauf zu berechnen. Eine weitere Limitation ist, dass im derzeit verwendeten Bevölkerungs-Datensatz keine Information über den Verstorben- bzw. Verzogen-Status vorliegt. Da insbesondere für die ältere Altersgruppe dieser zu erwartende Verzerrungseffekt als am größten angenommen wird, wird in der hier präsentierten Zwischenanalyse die Altersgruppe der > 74-Jährigen noch nicht berücksichtig

Mhm!

 

Aber apropos Berichte!

In denen der BASG über Meldungen vermuteter Nebenwirkungen nach Impfungen zum Schutz vor COVID-19 ist nun endlich der Bericht per 27.5.2022 erschienen. Wie sieht es dort aus - auch in Relation zu den Zahlen vom 22.4.2022?

Drei weitere Todesfälle nach Impfungen. Auch die wanderten zu den am 22.4.2022 bereits bestehenden 218 Fällen, bei denen ein Zusammenhang mit der Impfung ungeklärt ist (nun 221). Kein einziger dieser Fälle wurde in der Zwischenzeit geklärt!

Weitere 42 gemeldete Fälle einer Herzmuskelentzündung in zeitlicher Nähe zu einer Impfung gegen COVID-19 zwischen 22.4. und 27.5.2022, also knapp mehr als einem Monat - und das angesichts der eher schon abflauenden Impftätigkeit!

Per 27.5.2022 sage und schreibe 1.686 Hospitalisierungen in zeitlicher Nähe zu einer Impfung gegen COVID-19, zu denen die Abklärung noch nicht abgeschlossen ist bzw. keine weiteren Informationen übermittelt wurden.

Und am selben Stichtag 375 Fälle mit lebensbedrohenden Zuständen in zeitlicher Nähe zu einer Impfung gegen COVID-19, die noch in Abklärung sind bzw. zu denen keine weiteren Informationen übermittelt wurden.

 

Zum Vergleich: Das AGES-Dashboard weist bezüglich Hospitalisierung und Intensivpflege im Zusammenhang mit CoVid-19 derzeit (10.6.2022, 12:37 Uhr) für ganz Österreich 117 Fälle auf Normalstationen und 11 Fälle auf Intensivstationen aus.

Vielleich könnte man also die Krankenanstalten einmal maßgeblich dadurch entlasten, indem man sich endlich um die Hospitalisierungen und Intensivpflegefälle nach Impfungen kümmert und nachschaut, was da los ist.

 

Von der Klärung des Impfzusammenhangs einmal ganz abgesehen!

Denn wie heißt es so schön in den FAQ's der AGES? Zitat:

In Österreich erfasst das Bundesamt für Sicherheit im Gesundheitswesen (BASG) alle vermuteten Nebenwirkungen von Arzneimitteln und Impfstoffen, die in Österreich aufgetreten sind und von Angehörigen der Gesundheitsberufe oder von Patient*innen gemeldet werden. In Österreich können Nebenwirkungen von Patient:innen sowie deren Angehörigen freiwillig direkt an das BASG gemeldet werden. Ärzt:innen, Apotheker:innen und andere Angehörige von Gesundheitsberufen sind gesetzlich verpflichtet, Nebenwirkungen zu melden. Nach erfolgter Bearbeitung und Begutachtung werden die Daten gemäß den geltenden europäischen Gesetzen und Richtlinien an die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) weitergeleitet. Die Daten stehen damit den für diese Zulassungen verantwortlichen nationalen Arzneimittelbehörden und auch allen anderen europäischen Arzneimittelzulassungsbehörden zur laufenden Überwachung der Sicherheit zur Verfügung. In enger Zusammenarbeit mit dem EU-Behördennetzwerk wird das Nutzen-Risiko-Verhältnis aller zugelassenen Arzneimittel laufend überwacht. Der Ausschuss für Risikobewertung in der Pharmakovigilanz (PRAC) der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) analysiert alle Aspekte, die für die Sicherheit und Wirksamkeit eines Impfstoffs relevant sind. Gegebenenfalls werden neue Nebenwirkungen in die Fach- und Gebrauchsinformation des jeweiligen Impfstoffs aufgenommen oder andere Maßnahmen gesetzt, um eine sichere und wirksame Anwendung zu gewährleisten. ...

Bei Impfstoffen sind lokale Reaktionen an der Einstichstelle (z. B. Rötungen, Schmerzen) und Allgemeinreaktionen wie Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost, Temperaturerhöhung, Fieber und Unwohlsein allgemein bekannt. Das kann zwar unangenehm sein, diese Nebenwirkungen sind aber in der Regel harmlos und verschwinden nach wenigen Tagen. Sie zeigen, dass das menschliche Immunsystem auf den Impfstoff reagiert. Sehr seltene Nebenwirkungen können erst festgestellt werden, wenn ein Impfstoff zugelassen und in einer wesentlich größeren Population, als dies in klinischen Studien möglich ist, verwendet wird. Daher werden Impfstoffe auch nach der Zulassung weiter überwacht. Die Hersteller können verpflichtet werden, Langzeitstudien nach erfolgter Zulassung durchzuführen, deren Ergebnisse sie den Behörden auch vorlegen müssen. Absolute Sicherheit kann aber kein Arzneimittel und kein Impfstoff garantieren.

... in sehr seltenen Fällen werden Zulassungen für Impfstoffe wieder aufgehoben, wenn sich die Datenlage oder das Nutzen-Risiko-Verhältnis wesentlich ändert (z. B. es treten häufig bisher unbekannte und schwere Nebenwirkungen auf). Wird die Zulassung aufgehoben, muss der Impfstoff unverzüglich vom Markt genommen werden.

Aber wo man nicht genauer hinschaut, dort gibt es natürlich auch keine Datenlage.

Cool!