Wasserstoff – sauber oder doch nicht? (15.8.2019)

 

https://www.derstandard.at/story/2000107095807/wasserstoff-der-stoff-aus-dem-kurz-traeume-sind

Zitat: Wasserstoff ist für Altkanzler Sebastian Kurz der Treibstoff der Zukunft. Auf der Suche nach dem Warum stoßen wir auf Parteispenden, auf einen fossilen Energieträger als Ausgangsmaterial, aber auch auf spannende Anwendungen ... Ende Juni ließ Sebastian Kurz mit dem Sager aufhorchen, er wolle Österreich zur Wasserstoffnation Nummer eins machen. Sein Hauptaugenmerk legte er dabei auf den Verkehr. Bis 2025 solle es flächendeckend in ganz Österreich Wasserstofftankstellen geben, meinte er, und ein Wasserstoffzentrum, in dem innovative Unternehmen in einem Cluster zusammengeführt werden – wie etwa die OMV und der Verbund. ... Alle großen, öffentlichen Wasserstofftankstellen in Österreich werden von der OMV betrieben. Da ist sie übrigens wieder, die OMV. Und die OMV erzeugt den Wasserstoff für die Tankstellen gar nicht aus regenerativen Quellen, Solarstrom und Wasser, sondern gewinnt ihn über die Dampfreformation aus Erdgas – also einem fossilen Energieträger.

 

Ist ja schrecklich, da sind wir EIIIINMAAAL mit dem Herrn Kurz einer Meinung (nämlich dass eher Spaltprodukte von Wasser langfristig als Treibstoff geeignet sind, und nicht Strom) - und dann so ein Artikel. Aber sehen wir uns den einmal näher an:

Der Standard verbindet darin die Präferenz des Jung-Altbundeskanzlers mit Parteispenden, einem fossilen Energieträger als Ausgangsmaterial und "spannenden Anwendungen", wie man nachlesen kann.

Zur spannenden Anwendung liest man, dass es bereits 1807 das erste Wasserstoffauto gegeben hat. Heißt der Umstand, dass man dann - die Folgen für die Umwelt und das Klima nicht bedenkend - auf fossile Treibstoffe gesetzt hat, dass deswegen Wasserstoff nicht geeignet(er) war?

Zitat: "Insgesamt beträgt der Bestand an Wasserstofffahrzeugen in Österreich – Stand 30. Juni 2019 – 35 Stück. ... Zieht man jetzt auch noch die Vorführ-, Test-, und Händlerfahrzeuge ab, bleiben kaum mehr Autos als Wasserstofftankstellen übrig. Derer gibt es in Österreich derzeit fünf."

Was, lieber Redakteur, ja auch logisch ist! Wo sollen denn Wasserstofffahrzeugbesitzer unterwegs ihr Fahrzeuge betanken? Man kann auch keine Eisenbahnen ohne Schienen fahren. Problem erkannt? Zitat: "Bis 2025 solle es flächendeckend in ganz Österreich Wasserstofftankstellen geben, ...". Hmmm, scheint uns nicht ganz so unlogisch!

Zitat: "Alle großen, öffentlichen Wasserstofftankstellen in Österreich werden von der OMV betrieben. Da ist sie übrigens wieder, die OMV. Und die OMV erzeugt den Wasserstoff für die Tankstellen gar nicht aus regenerativen Quellen, Solarstrom und Wasser, sondern gewinnt ihn über die Dampfreformation aus Erdgas – also einem fossilen Energieträger."

Vollkommen richtig, lieber Redakteur, dass SO eine Form von Wasserstoffgewinnung nicht wirklich zur Umwelt- und Klimaschonung beiträgt. Was aber nichts daran ändert, dass ...

a) ... auch der Strom für Elektrofahrzeuge derzeit zu einem hohen Anteil fossil produziert wird und ...
b) ... BEIDE "Treibstoffe" sehr wohl umweltschonend produziert werden können (Wind, Wasserkraft, Solar, etc.).

Dass hier ein Parteispenden-Postenschacher-Freunderlwirtschafts-Ringelspiel auch bei der OMV gelaufen sein könnte - und die OMV sich über Connections beim Wasserstoffauto führend positionieren will: Zu hinterfragen und aufzuklären! Aber wird deshalb Wasserstoff als Treibstoff weniger sinnvoll?

Zwar geht der Autor zum Schluss doch auf das Potential und anderen Möglichkeiten des Wasserstoffs ein, rät aber zuletzt - wegen der Umweltbelastung bei der Produktion eines Elektrofahrzeugs (die Problematik bei der Rohstoffgewinnung für die Batterien erwähnt er dabei gar nicht), einfach den "alten Kübel" noch weiterzufahren.

Super!

Oder halt Diesel ....