Waldhäusl: Showeffekte wichtig für die Profilierung (18.4.2019)

 

Niederösterreichs Landesrat Gottfried Waldhäusl (FPÖ) ist mittlerweile auch außerhalb von Niederösterreich bekannt. Dies dürfte aber mehr auf strategischem Kalkül beruhen, als auf guter Sachpolitik:
 
Allein schon durch den Aufreger um das Asylquartier Drasenhofen, welches er mit Stacheldraht ausgestattet hat (etc.) hat ihn in die ZIB 2 katapultiert und über die niederösterreichischen Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht!
 
Im Moment befindet er sich durch einen Brief an subsidär Schutzberechtigte wieder in diversen Medien, welche er darin auffordert, sich eine Unterkunft außerhalb von Landesquartieren zu suchen. Ein kleiner Hinweis, hierfür doch nach Wien zu gehen erregt nun wieder Aufmerksamkeit - vor allem natürlich bei den Wiener Verantwortlichen.
 
Neben den diskussionswürdigen inhaltlichen Aspekten dieser Vorfälle muss man den Punkt näher betrachten, worum es Waldhäusl wohl in Wahrheit geht: In Medien Aufmerksamkeit zu erzeugen und dadurch an Bekanntheit zu gewinnen!
 
So war zum Beispiel die Causa Drasenhofen mehr eine Showeinlage als eine tatsächliche Sicherheitsmaßnahme. In der Sendung "Die Chefredakteure" (P3TV) hat der Chefredakteur der Berzirksblätter (Oswald Hicker) angemerkt, dass er sich das Asylquartier mit dem Stacheldraht in Drasenhofen angesehen hat. Dabei ist aufgefallen, dass der Stacheldraht nur an der Vorderseite der Mauer angebracht war und der Eingang offen gestanden sei.
 
Damit ist aber auch ganz klar, dass der Stacheldraht keinerlei tatsächliche Sicherheitsfunktion erfüllt hat. Denn wie sollte man jemanden am Eindringen in ein Gelände oder Verlassen eines Geländes hindern, wenn dieser Stacheldraht nur an einer kleinen Stelle der Einfriedung angebracht ist?
 
Es war nichts anderes als ein Showeffekt, der zwei Dinge bewirken sollte:
      • Ein Zeichen an das eigene Klientel, gegen Migranten hart durchzugreifen und
      • Aufmerksamkeit bei den Medien zu erzeugen.
 
Dass dabei auch vielfach Empörung ausgelöst wird: Egal, nein, sogar gut so!
 
Gottfried Waldhäusl arbeitet - so wie viele andere in der Politik auch - absichtlich mit reinen Showeffekten, die seiner Wählerschaft etwas signalisieren und die Aufmerksamkeit in den Medien erregen sollen, um sich besser ins Rampenlicht stellen zu können. Sie haben aber nichts, rein gar nichts mit wirksamer Sachpolitik zu tun!
 
Diese Methode scheint er ständig weiterführen zu wollen, um sich zu profilieren.
 
Denn, seien Sie ehrlich, geschätzter Leser außerhalb von Niederösterreich: Welche anderen niederösterreichischen Landesräte sind Ihnen sonst noch geläufig?
 
Eine wunderbares Beispiel, wie Politik versucht, ihre Arbeit zu erledigen: Für die Politiker selbst so wirksam wie möglich, für die Sache selbst vollkommen unbefriedigend!