S34: Es gibt Gleiche und Gleichere! (17.1.2019)

 

Ein weiterer höchst interessanter Aspekt bei der Errichtung der S34 zwischen St. Pölten und Wilhelmsburg ist die "Überplattung" (so der technische Begriff für die Verlegung der S34 unter die Erde) im Bereich des Sportflugplatzes im Süden von St. Pölten.
 
Klar wird einem zuallererst der Gedanke "Logisch, die Sicherheit der Flugzeuge und Autos ..." durch den Kopf schießen.
 
Allerdings ....
 
.... muss man dazu auch wissen, dass dieser kleine Sportflugplatz mit Wiesenpiste dem Red Bull-Begründer und Milliardär Dietrich Mateschitz gehört.
 
Und dass sich Herr Mateschitz im Jahre 2008 auch eine angrenzende Wiese mit ca. 10 ha geleistet hat, um dort Container als Hangar für die kleinen Sportflugzeuge aufzustellen.
 
Und dass es auch heute zwischen diesen beiden Objekten eine Straße gibt, die öffentlich befahrbar ist. Also dürften Fahrzeuge in diesem Bereich keine generellen Sicherheitsbedenken verursachen!
 
Warum wird dann die Trasse der Schnellstraße unter die Erde verlegt?
 
Okay, mehr Autos - mehr Risiko ...
 
... oder geht es doch um anderes?
 
Nun, momentan werden die Kleinflugzeuge über die vorhandene Straße aus den Hangars zum Sportflugplatz gezogen. Das geht natürlich dann nicht mehr! Denn eine Schnellstraße hat mindestens 4 Fahrspuren, Pannenstreifen und Leitplanken. Also wäre sie in keinem Fall mehr durch Sportflugzeuge querbar, vom stärkeren Fahrzeugverkehr mit viel höherer Geschwindigkeit einmal ganz abgesehen.
 
Aber das klingt ja alles immer noch nicht unvernünftig, wenn man den Sportflugplatz samt Hangars nutzbar erhalten möchte.
 
Ja, wenn man dabei nicht vergleicht, wie gleichzeitig mit den anliegenden Bauern und Eigentümern umgegangen wird, deren Felder und Wiesen ebenfalls vom Bau der S34 betroffen sind!
 
Bei denen wird nämlich - wenn diese nicht verkaufen wollen - eine Enteignung vollzogen, denn die S34 liegt als Schnellstraße im übergeordneten Interesse des Bundes. So geht es einem, wenn man als Betroffener nicht gerade Milliardär oder (bestimmt auch nicht gerade unbegüterter) Sportflieger ist!
 
Die Kreise der einen werden bei Besitz und Nutzung nicht gestört, die anderen werden im schlechtesten Fall sogar enteignet.
 
Aber sogar das ist noch nicht alles! Für diese "Überplattung" hat man in diesem Bereich vor, den Grundwasserspiegel um ca. 10 Meter zu senken damit kein Wasser in die Trasse der S34 eindringen kann. Einmal ganz abgesehen von der Problematik, in Zeiten von sowieso stark sinkenden Grundwasserspiegeln noch künstlich dazu beizutragen: Dazu muss ein permanent laufendes Entwässerungssystem eingerichtet werden, denn sonst würde ja das Grundwasser nachsickern. Das bedeutet natürlich auch einen permanenten Energieaufwand dafür - und daher laufende Betriebskosten neben den sowieso viel höheren Errichtungskosten für dieses Stück Schnellstraße.
 
Würden wohl für den Bedarf anderer Bürger auch solche Aufwände betrieben werden?
Wir überlassen Ihnen die Antwort selbst!
 
Wir meinen: In Österreich ist schleunigst umzudenken, damit der tatsächliche Sinn für Natur und Bevölkerung bei solchen Projekten die oberste Priorität hat - nicht der politische Wille, und das Einzelinteresse von Begüterten!
 
Vom Verfahren her gibt es im Grunde keine Möglichkeiten mehr die S34 zu stoppen, die Frage ist allerdings:
 
Findet man diese Vorgehensweise demokratisch für richtig?
Die DA sicher nicht!