Nachbetrachtung zum versuchten Wahlantritt (29.7.2019)

 

Als Nachbetrachtung zum (ja nicht ersten) versuchten Wahlantritt:

Was sind denn eigentlich die einzelnen Einflussfaktoren bei den Wählern, die der breiteren Unterstützung für eine Kleinpartei entgegenstehen?

Zuallererst bei vielen der reine Eigennutz: Wer selbst in einer etablierten Partei aktiv ist, für diese arbeitet oder aus dieser und ihrer Macht Nutzen zieht, ist NULL an Konkurrenz - schon gar nicht an zusätzlicher von außen - oder (im Himmels Willen) am Ende gar einer Änderung der politischen Funktionsweise interessiert.

In diese Kategorie ist auch die (leider teilweise berechtigte) Angst vor Repressalien oder Benachteiligungen zu zählen, wenn man sich (leider bei Unterstützungserklärungen notwendig) offen als Unterstützer einer Kleinpartei deklariert. Gerade bei Prominenten (und daher exponierten Personen, die meist auf das Wohlwollen der Etablierten und ihre Aufträge etc. angewiesen sind) spielt das eine eminente Rolle. Zum Beispiel auf einer Bühne über Politik herziehen (dürfen) ist das Eine - aber selber WIRKLICH Veränderungen in den Machtverhältnissen und politischen Funktionsweisen anstreben bzw. solche begünstigen: Uijegerl, das steht auf einem ganz anderen Blatt! Und Zivilcourage ist da ein Faktor, den man heutzutage wirklich mit der Lupe suchen muss.

Dann ist der Frust über die Politik insgesamt zu nennen, der in einer (durch und durch ungerechten) Pauschalverurteilung "sind eh alle gleich und wollen nur ihren eigenen Vorteil" mündet. Wodurch zwar gerade die an der Macht gehalten werden, die diesen Frust begründet haben. Aber wie bringt man das einem unzugänglichen Frustrierten denn nahe?

Dann kommt - als mein persönlicher Lieblings-Trööööt: "Sind eh zu klein/zu schwach/zu wenige. Bringt eh nix, die zu unterstützen!" Wodurch "die" logischer Weise zu klein/zu schwach/zu wenige bleiben - eben als sich selbst erfüllende Prophezeiung! Ehrlich: Hätte man damals nach der Gründung der heutigen Großparteien so über diese gedacht: Keiner würde die heute kennen!

Danach bin ich mir nicht sicher, was zuerst zu nennen wäre: Die Bequemlichkeit (es ist zu heißt, zu kalt, es regnet oder schneit, ich fühl mich heut nicht so, das Amt ist zu weit weg, ich geh eh irgendwann ...) oder das Messias-Denken/Jammern (man müsste/sollte könnte - da muss doch irgendwer - aber ja nicht ich).

Und da habe ich wohl noch viele Komponenten vergessen! Vielleicht fallen sie mir für ein Edit ja noch ein oder Ihr liefert Input für ein solches.

Eigentlich müsste man angesichts dessen verzweifeln und aufhören.

Eigentlich, ...

... aber auf so ein "Eigentlich" habe ich eigentlich noch nie gehört!