Kurz fordert Distanz zu den Identitären (15.4.2019)

 

 

Die Diskussion rund um die Identitären und Verstrickungen mit der FPÖ begleitet uns seit einigen Tagen. Bundeskanzler Kurz hat Anfang letzter Woche sehr heftig eine Distanzierung der FPÖ von den Identitären eingemahnt. Das wurde in den Medien sogar als der erste Streit der Koalitionspartner bezeichnet!

Dr. Andreas Khol (ehemaliger Nationalratspräsident, ÖVP) hat in der Sendung "Im Zentrum" eine hochinteressante Aussage zur Reaktion von Sebastian Kurz getätigt (siehe den Link unten, ab Zeitindex 9:38): Er meinte, dass Sebastian Kurz deshalb so heftig reagiert hätte, weil es sich hier - im Vergleich zu anderen Vorkommnissen rund um die FPÖ - um einen Fall mit internationaler Aufmerksamkeit handelt.

Aha, also erst wenn man international hinschaut reagiert man als Bundeskanzler dieses Landes zu solchen Aspekten? Vorher nicht? Sebastian Kurz meldet sich erst dann heftig zu extremistischen Verflechtungen seines Koalitionspartners zu Wort, wenn sein EIGENES Image im Ausland gefährdet ist? Ist das alles???

Diese Aussage von Andreas Khol vermittelt tiefe Einblicke in die moralische Einstellung der ÖVP, die offenbar dann erst Handlungsbedarf sieht, wenn man selbst um sei Ansehen besorgt sein muss.

Und das darf wohl nicht die moralische Grundlage einer staatstragenden Partei und insbesondere des von ihr gestellten Bundeskanzlers sein!

Es wirft ein beschämendes Licht auf die Ansprüche der ÖVP, bei der es wohl wirklich einzige und allein um die Macht im Staat geht, und um ihr Image im Ausland.

Zu hoffen wäre, dass dieser Grundsatz keiner ist, der sich permanent in der ÖVP durchsetzt! Auch in keiner anderen staatstragenden Partei.

Zu befürchten ist leider das Gegenteil - und dass dies längst geschehen ist.