Fukushima-Katastrophe: Umfangreiche Messungen nun in Tokio (15.6.2011)

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Fukushima-Katastrophe: Umfangreiche Messungen nun in Tokio

Die japanischen Behörden haben wegen des Reaktorunglücks in Fukushima I heute mit umfangreichen Strahlungsmessungen in Tokio begonnen. Die Werte würden an 100 Orten in der Hauptstadt aufgezeichnet, teilten die Behörden mit. Darunter seien Parks und Schulhöfe. Bisher war an nur einer Stelle gemessen worden.

„Wir wurden von Müttern dazu aufgefordert, die sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder machen“, sagte ein Behördensprecher zu den neuen Maßnahmen. Die ersten Messergebnisse lagen im Normbereich.

Unzulässig hohe Werte etwa in Teeblättern
Tokio liegt 240 Kilometer von dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima I entfernt. Nach der Katastrophe am 11. März waren die 13 Millionen Einwohner Tokios vorübergehend aufgefordert worden, Säuglingen kein Leitungswasser zu geben.

Inzwischen sind auch in noch größerer Entfernung von dem AKW unzulässig hohe Strahlenwerte nachgewissen worden, zum Beispiel in Teeblättern. In Fukushima I selbst kämpfen die Behörden weiter darum, die Reaktoren unter Kontrolle zu bringen.

Wird Evakuierungsgebiet ausgeweitet?
Die Regierung erwägt eine neue Ausweitung der Evakuierungsgebiete um das AKW. „Wir werden in naher Zukunft zu einer Entscheidung kommen“, sagte ein Regierungssprecher heute laut der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo. Wegen der langfristigen Strahlenbelastung waren bereits zuvor Einwohner einiger Gemeinden außerhalb der 20-Kilometer-Sperrzone um das AKW zum Verlassen der Häuser aufgefordert worden.

 

Wie bitte?

„Wir wurden von Müttern dazu aufgefordert, die sich Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder machen“ ???

 DAS war notwendig, damit in einer Millionenmetropole, keine 300 Kilometer vom Ort eines Super-GAU entfernt, nicht nur an EINEM Platz der Stadt die Strahlenwerte gemessen werden ???

Und was, wenn die Messungen bedenkliche Werte ergeben?

Wie viele besorgte Mütter müssten sich dann melden, damit etwas geschieht?

G.K., 15.6.2011