Die Ursachen der Inflation (21.11.2022)

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Zitat: Die Inflationsrate ist so hoch wie seit 70 Jahren nicht mehr. Grund dafür sind nicht nur der Arbeitskräfte- und Rohstoffmangel, die Europäische Zentralbank druckte auch zu viel Geld. Jetzt spüren wir die Konsequenzen. ... Damit Inflation steigt, braucht es zwei Zutaten: zu viel Geld und eine Knappheit bei Gütern und Arbeitskräften, erklärt Jürgen Huber, Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Innsbruck. Vor allem seit der Finanzkrise 2008 hat die Europäische Zentralbank in Krisen sehr viel Geld in Umlauf gebracht. Die Bilanzsumme ist in einem bis dahin noch nie vorstellbaren Ausmaß gestiegen – von 1,5 Billionen Euro im Jahr 2008 auf 8,7 Billionen Euro heute. Je größer die Bilanz, desto mehr Geld bringt eine Zentralbank in Umlauf. Mit diesem Geld hat die Zentralbank die Regierungen, Banken und die Wirtschaft unterstützt, etwa Staatsanleihen gekauft und verschiedene Hilfspakete (Finanzhilfen, Coronahilfen, Teuerungsbonus, usw.) der Regierungen finanziert. „Jede Krise wurde quasi mit mehr Geld durchtaucht und überdeckt“, erklärt Huber.

 

Es mag kühn und anmaßend erscheinen, einem Professor für Finanzwirtschaft an der Universität Innsbruck zu widersprechen. Aber:

Wäre tatsächlich die Geldmengenerhöhung der Notenbanken zur (ja richtig festgestellten) Übertünchung der schon bisherigen Krisen die Ursache für die heutige Inflation bzw. das Problem daraus gewesen, dann hätten wir bei einer Bilanzsummenerhöhung der EZB von 1,5 Billionen Euro auf 8,7 Billionen Euro (das ist fast eine Versechsfachung) seit 2008 (das sind inzwischen 14 Jahre) die Auswirkungen längst merken müssen. Haben wir aber nicht!

Das also kann es nicht gewesen sein.

Rechnerisch - Vermögenswerte zu Geldmenge insgesamt etc.: JA. Praktisch hinsichtlich spürbarer Inflation: NEIN!

Was wird demnach auch als Faktoren für die Veränderung jetzt angeführt? Zitat: Erstens wurden während der Pandemie Grenzen geschlossen, Konflikte haben zu Handelsbarrieren geführt, Zölle wurden erhöht und die Transportkosten sind gestiegen. Zweitens wirkt sich der Anstieg der Energiepreise auf jeden Produktionsprozess ebenso wie auf Dienstleistungen aus, dadurch steigen auch die Preise. Drittens stehen immer weniger Arbeitskräfte zur Verfügung, weil nicht genügend junge Menschen am Arbeitsmarkt nachkommen und viele Erwerbstätige Teil- statt Vollzeit arbeiten wollen.

Das, was maßgeblich die Inflation 2022 getrieben hat sind die Energiepreise. Nur: Das ist wohl weniger auf Lieferengpässe und höhere Produktions- bzw. Beschaffungskosten zurückzuführen - denn dann hätten auch die Ausgaben der Energiekonzerne entsprechend steigen und hohe Reserven für in Zukunft viel höhere Ausgaben diesbezüglich gebildet werden müssen. Das ist aber nicht erfolgt: Es waren enorme Übergewinne zu verzeichnen - und diese wurden auch an die Shareholder ausgeschüttet!

Insbesondere: Eine über die Lobbys gut kontrollierte Politik unternimmt so gut wie nichts dagegen.

DAS ist die WAHRE Ursache für unsere Inflation!

Was hat der zitierte Innsbrucker Universitätsprofessor für einen Rat dazu? Zitat: Der Hauptgrund für die hohe Inflation ist, dass zu viel Geld im Wirtschaftskreislauf ist. Mit Teuerungsboni und anderen Zuschüssen gibt man der Bevölkerung noch mehr Geld in die Hand. Das heizt die Inflation weiter an, und es verhindert, dass Menschen ihr Verhalten ändern und weniger konsumieren. Damit die Inflation wieder sinkt, muss nämlich weniger konsumiert werden. Deshalb erhöhten die Zentralbanken die Zinsen, um die Kauflust zu reduzieren. Kredite und Schulden werden dadurch nämlich teurer. Eine Rezession könnte die Folge sein. „Das ist zwar nicht angenehm, es ist aber unausweichlich, weil wir über unsere Verhältnisse gelebt haben. Immer wenn in den letzten 15 Jahren Probleme aufgetaucht sind, haben das Regierungen mit hohen Ausgaben, Hilfspaketen, Kurzarbeit, etc. ausgeglichen. Wir haben mehr ausgegeben, als wir können oder sollten“, erklärt Huber.

Mhm ...

... nur einmal so nebenbei vermerkt: Als die Zentralbanken mit sehr viel Geld die Regierungen, Banken und die Wirtschaft unterstützt, etwa Staatsanleihen gekauft und verschiedene Hilfspakete der Regierungen finanziert haben (wie im Beitrag ja nachzulesen), da waren die Wissenschafter mit ihrer Kritik und Warnung hinsichtlich der Inflations-Effekte sparsamer. Da war die Hilfe durch die Notenbanken in vielen Augen "alternativlos".

Aber jetzt schießen wir der Inflation noch eine kräftige Rezession nach (zur Konsumations-Erziehung der Bevölkerung) - sonst wäre es ja noch nicht schlimm genug.

Moment!

Wen trifft es denn zuallererst und am schlimmsten, wenn sich die Inflation bzw. Rezession verfestigt und die Hilfspakete ausbleiben?

Na die "Kleinen" - sowohl im Privatbereich als auch in der Wirtschaft. Weil die "Großen" haben ja nach wie vor ihre politische Vernetzung über die Lobbys, sind "systemrelevant" und dürfen sich daher wohl weiterhin im Fall des Falles über einen gut gespannten Rettungsschirm freuen. Ihnen wird - gut eingefädelt und brav politisch umgesetzt - über so ein Vorgehen in Wahrheit die kleinteilige nationale Konkurrenz aus dem Weg geschaufelt.

Womit noch mächtigere multinationale Monopolisten noch mehr das Sagen haben.

Cool!